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Gesunde Emotionen

Während der Betreuung eines Angehörigen muss der Betreuer damit rechnen, dass in einer solchen Beziehung viele Emotionen hochkommen können. Nicht selten sind das sehr starke Gefühle oder extreme Stimmungsschwankungen.

 

Welche Zustände kommen am häufigsten vor?

Der BetreuerDer Gepflegte
  • Wut
  • Zorn
  • Ratlosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Mangel an Vertrauen an Erfolg der Behandlung / Rehabilitation
  • Depression
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • Isolation von der Welt
  • Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit
  • Ungeduld
  • Aggression
  • zwischenmenschliche Probleme
  • sexuelle Funktionsstörungen
  • Angst
  • Zorn
  • Ratlosigkeit
  • Einsamkeit
  • Mangel an Verständnis
  • Hoffnungslosigkeit
  • Mangel an Vertrauen in den Erfolg der Behandlung / Rehabilitation
  • Demotivation
  • Aggression
  • Demütigung
  • Gefühl der Ungerechtigkeit
  • Reizbarkeit
  • Ungeduld
  • der Wunsch der Isolation von der Welt
  • Verzweifelung
  • Trauer

 

Während der Patient sich in der Regel auf eigene Gefühle konzentriert, muss der Betreuer auf die Gefühle beider Parteien achten.

 

Wie kann man „gesunde Emotionen” entwickeln?

Befreien Sie sich von den Stereotypen

Befreien Sie sich von den Stereotypen, die Sie mit dem Thema Behinderung, Krankheit, beschränkte Mobilität verbinden. Es ist nicht leicht, aber nur durch das Brechen der Barrieren, die uns unsere Überzeugungen eingerichtet haben, kann man die Situation überstehen. Durch das Lösen von Stereotypen und Schemata kann der Betreuer vermeiden den Gepflegten "glücklich um jeden Preis" zu machen, oder ihn und die ganze Umgebung subjektiv statt objektiv zu betrachten.

Überwinden Sie die Schamgefühle

Überwinden Sie die Schamgefühle, die Sie mit der Physiologie eines anderen Menschen verbinden. Dadurch können Sie auch dem Gepflegten dabei helfen. Dies ist eine sehr schwierige Angelegenheit und erfordert viel Sensibilität. Ungeachtet der Tatsache ob Sie nur bei den Hygienetätigkeiten behilflich sind oder diese ganz übernehmen, denken Sie daran wie peinlich es für die andere Person sein kann sich nackt zu zeigen, besonders wenn der Körper behindert ist. Seien Sie sanft in Ihren Gesten und Worten.

Lernen Sie emphatisch zu denken

Lernen Sie emphatisch zu denken – überlegen Sie was die gepflegte Person empfindet und versuchen sie es zu verstehen. Stellen Sie sich selbst die Frage, was Sie in einer solchen Situation empfinden würden und was könnten Sie tun damit die Gefühle wieder positiv sind. Beobachten Sie den Gepflegten und hören Sie auf ihn zu. Jeder Mensch braucht etwas anderes in der Pflege. Durch Ihre Aufmerksamkeit erfahren Sie was ist es genau.

Seien Sie auf die Stimmungsschwankungen vorbereitet

Seien Sie auf die Stimmungsschwankungen vorbereitet – eigene und die des Gepflegten Erkennen Sie, dass Sie berechtigt sind, verschiedene Emotionen zu erleben, tun Sie dies jedoch immer bewusst. Positive Emotionen wie gegenseitiges Vertrauen und die Motivation bauen Beziehungen auf. Für negative Emotionen sollten Sie einen Abgang suchen:

  • Humor und Witze lösen die verspannte Atmosphäre und helfen eine positive Einstellung zu behalten,

  • Erinnerungen an die positiven Effekte der Therapie oder Rehabilitation verbessern die Motivation,

  • kontrollierte Aggressivität, wie das Kissenschlagen oder ‘ausschreien der Emotionen’ eignen sich in bestimmten Situationen gut als "Sicherheitsventil",

  • Weinen hilft, sich von negativen Gefühlen zu befreien und bringt oft Erleichterung.

Nutzen Sie nie den Vorteil, dass Sie der Pfleger sind

Nutzen Sie nie den Vorteil, dass Sie der Pfleger sind. Denken Sie daran, dass es für den Patienten demütigend und unangenehm genug ist, von jemandem völlig abhängig zu sein. Nutzen Sie ihren Vorteil zum Wohle des Patienten – um ihn zu motivieren und positive Energie zu kommunizieren.

Verwenden Sie keine Gewalt

Verwenden Sie keine Gewalt – weder körperlich noch verbal. Mit Gewalt zeigen Sie Ihre Hilflosigkeit und verletzen nicht nur sich selbst sondern auch andere Personen.

Seien Sie selbstbewusst und durchsetzungsfähig

Seien Sie selbstbewusst und durchsetzungsfähig – achten Sie auf die Rechte des Gepflegten, respektieren Sie aber gleichzeitig sich selbst. Helfen Sie dem Gepflegten nicht bei Allem, besonders wenn sein Zustand es erlaubt viele Tätigkeiten selbst auszuüben. Überzeugen Sie sich selbst, wie viel Zufriedenheit kann dem Patienten etwas Selbständigkeit geben.

Denken Sie daran, dass Geste oft mehr als Worte ausdrücken können

Denken Sie daran, dass Geste oft mehr als Worte ausdrücken können. Sie können die Nerven und das Leiden des Patienten durch Berührung oder einen verständnisvollen Blick besänftigen. Solche Geste verbessern die Stimmung.

Befolgen Sie die einfachen Regeln
Befolgen Sie die einfachen Regeln, um viele der negativen Reaktion des Patienten zu vermeiden:
  • Der Patient sollte wissen, was Sie mit ihm vorhaben – informieren Sie ihn über die Aktivitäten, die Sie ausüben
  • Schnelle und rückartige Bewegungen, können Nervösität und Trotzreaktionen bei dem Gepflegten auslösen. Versuchen Sie alle Tätigkeiten ruhig und langsam auszuführen
  • Im Gespräch mit Dritten sollten Sie nie so über Ihren Patienten reden, als ob er nicht da wäre. Der Gepflegte hat das Recht sich am Gespräch zu beteiligen
  • Helfen Sie dem Gepflegtem nicht bei Allem. Lassen Sie ihn für sich selbst entscheiden, was er selbst machen möchte. Behalten Sie aber den Überblick
  • Bleiben Sie ruhig und denken Sie positiv – die Stimmung des Pflegers wirkt sich auf den Gepflegten aus.
Effektiver Pfleger ist ein ausgeruhter Pfleger

Effektiver Pfleger ist ein ausgeruhter Pfleger. Nehmen Sie sich Zeit, um ab und zu “die Batterien aufzuladen” und weg von alltäglichen Sorgen zu sein. Versuchen Sie einige Zeit, vielleicht ein paar Stunden in der Woche nur für sich selbst zu haben um Ihre persönlichen Bedürfnisse zu realisieren. Geben Sie das soziale Leben nicht auf und treffen Sie Ihre Freunde.

Haben Sie keine Angst, um Hilfe zu bitten

Haben Sie keine Angst, um Hilfe zu bitten. Wenn es keinen in Ihrer Familie oder Umgebung gibt, der Sie bei der Pflege des Kranken ersetzen könnte, suchen Sie nach Hilfe von Außen. Vielleicht gibt es in Ihrer Gegend Organisationen, die Ihnen helfen können? Es gibt oft Freiwillige oder professionelle Pflegekräfte, die stundenweise eingesetzt werden können. Versuchen Sie nicht, alles alleine zu bewältigen.

Wenden Sie sich an einen Psychologen

Wenden Sie sich an einen Psychologen, wenn Sie mit Ihren Gefühlen und Emotionen nicht zurecht kommen. Ein objektiver Blick einer außenstehenden Person und eine professionelle Meinung können wirklich die Einstellung ändern. Sie helfen uns sich in der neuen Situation abzufinden und ermöglichen die Arbeit an unseren Emotionen. Gläubigen Personen hilft oft ein Gespräch mit einem Geistlichen. Es gibt auch eine Reihe von Verbänden und Selbsthilfeorganisationen, an die man sich in den schwierigen Zeiten wenden kann.

Achten Sie auf Ihren Körper

Achten Sie auf Ihren Körper – Pflegetätigkeiten erfordern viel Kraft. Es lohnt sich den Körper durch Übungen zu stärken. Schenken Sie viel Aufmerksamkeit Ihrem Rücken, insbesondere wenn Sie den Gepflegten oft verlagern. Versuchen Sie sich so oft wie möglich auszuruhen und zu entspannen durch den Einsatz verschiedener Entspannungstechniken. Die positiven Effekte werden auch bei Musiktherapie beobachtet, die sich unter Umständen auch für den Gepflegten als nützlich erweisen kann. Musik bringt Ruhe und verbessert die Laune.

Erwägen Sie alle Vor-und Nachteile

Erwägen Sie alle Vor-und Nachteile, der Entscheidung, den Patienten in einer speziellen Pflegeeinrichtung wie Pflegeheim, Hospiz oder Altenheim betreuen zu lassen. Manchmal ist es die beste Lösung für alle. Versuchen Sie jedoch die Situation so zu gestalten, dass sich der Patient nicht ausgeschlossen fühlt – besuchen Sie ihn so oft wie möglich.

 

Erfahren Sie, wie Sie sich selbst mehr Komfort bei der Pflege sichern können.

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