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Praktische Tipps

Hier finden Sie einige Tipps, die Ihnen bei der täglichen Pflege eines Angehörigen behilflich sein können.

 

Räumliche Organisation
  • Falls möglich, sollte der Patient über einen getrennten Raum mit einfachem Zugang zum Bad oder zum Sanitärstuhl verfügen. Bei bettlägerigen Personen sollte eine Urinschale griffbereit sein. Das Bett eines bettlägerigen Inkontinenten sollte leicht zugängig sein, um die Pflege zu vereinfachen.
  • Es ist ratsam die Möbel so zu stelle, dass der Zugang zur Toilette oder anderen Einrichtungen nicht gesperrt oder eingeengt ist.
  • Falls möglich, sollten spezielle Griffe montiert werden, an den sich Menschen mit eingeschränkter Mobilität stützen können. Besonders wichtig ist die Montage solcher Griffe im Bad.
  • Neben dem Bett des Gepflegten sollte ein Nachttisch stehen
  • In dem Zimmer des Gepflegten sollte sich ein kleiner Schrank mit den notwendigen Pflegeprodukten, Hilfsmittel und Medikamenten befinden
Hygiene bettlägeriger Personen
  • Bevor Sie mit dem Waschen des Kranken anfangen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie alle nötigen Produkte zur Hand haben.
  • Schützen Sie das Bett mit der spezielen Bettschutzunterlage.
  • Fangen Siemit dem Gesicht, dem Hals und den Ohren an. Fahren Sie mit den Armen und Oberkörper fort. Nach der Reinigung muss die Haut sanft und gründlich getrocknet werden.
  • Den Rücken des Patienten sollten Sie in der Seitenlage waschen.
  • Beim Waschen der Füße achten Sie auf die Zwischenräume zwischen den Zehen. Denken Sie daran sie gründlich zu trocknen.
  • Nach der Reinigung, können Sie die Haut durch eine Massage mit Lotionen revitalisieren. Verwenden Sie ein aktivierendes Produkt um die Blutmikrozirkulation anzuregen.
  • Die durch Wundliegen gefährdete Stellen sollten mit speziellen Mittel geschützt werden.
  • Die Zähne bzw. der Zahnersatz sollte nach jeder Mahlzeit gereinigt werden, und das Haar sollte mindestens einmal täglich gekämmt werden.
  • Bettwäsche und Schlafanzüge sollten immer nach Bedarf gewechselt warden. Lassen Sie den Kranken nie im feuchten oder nassen Bett liegen!
  • Denken Sie daran, dass es von der Pflege abhängig ist, wie die Haut des Patienten aussieht. Durch besondere Sorgfalt und die Verwendung spezieller Pflegeprodukte bei der täglichen Hygiene, können Sie dem Patienten eventuelle Hautreizunen und sich selbst zusätzliche Arbeit ersparen.
Zeitmanagement und tägliche Pflege
  • Denken Sie daran, dass die Pflege nicht nur Reinigung, sondern auch Essen, Freizeitaktivitäten, Fürsorge für das Wohlbefinden umfasst.
  • Versuchen Sie, jeden Tag einige Zeit für gemeinsames Entspannen, ein Gespräch oder Unterhaltung zu finden. Der Tagesablauf soll nicht nur aus Pflegeaktivitäten und Arbeit mit dem Patienten bestehen. Je nach Zustand des Kranken können Sie gemeinsam spazieren gehen, sich einen Film anschauen, etwas lesen oder ein Kreuzworträtsel lösen. Solche Aktivitäten erlauben Ihnen “Luft zu schnappen” und aktiveren den Gepflegten.
  • Beim Essen sollten Sie Einweg-Schutzservietten verwenden. Sie schützen die Kleidung und die Bettwäsche und können nach dem Essen Sie als Mundserviette verwendet werden. Dies erspart Ihnen Zeit fur das Waschen und Aufräumen.
  • Einer kranken Person, die über eine lange Zeit zu Hause bleibt sollte viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man ihr bei jeder Tätigkeit helfen soll. Hiermit wird lediglich „behilflich sein‟ gemeint. Motivieren Sie den Patienten möglichst unabhängig zu sein und so viele Aktivitäten wie möglich selbständig durchzuführen. Motivierung und Aktvierung sind wichtige Element der Rehabilitation
  • Sichern Sie dem Gepflegten den psychischen Komfort. Leidet die Person an Inkontinenz – verwenden Sie entsprechende saugende Hilfsmittel, die den unangenehmen Geruch neutralisieren und das Gefühl der Trockenheit und Sicherheit verleihen.
  • Der Alltag in der Langzeitpflege erfordert eine gewisse Routine. Die Mahlzeiten, Körperpflege, Rehabilitation sowie Medikamenteeinnahme und Ruhepausen sollten immer zu gleichen Zeit stattfinden. Dies verleiht das Gefühl von Stabilität und Sicherheit und hilft auch bei der Zeitmanagement.
  • Planen Sie den Tagesablauf im Voraus um nervöse Eile zu vermeiden. Effektive Handlung bei der Pflege, Windelwechsel oder beim Essen geben Ihnen mehr Zeit zum ausruhen.
Kommunikation mit dem Gepflegten
  • Die Art und Weise, wie man mit dem Patienten kommuniziert, hängt von seinem Zustand, Alter, usw. ab – man soll immer ein eigenes, individuelles Kommunikationsmodel ausarbeiten.
  • Die Phantasie von kranken Personen ist leichter zu erregen als bei gesunden Menschen. Achten Sie besonders auf die Wortwahl – es ist sehr einfach vergebliche Hoffnungen zu wecken oder den Patienten zu verletzen.
  •  Jeder Patient hat seine Rechte. Eins davon ist das Recht auf Informationen über seinen Gesundheitszustand. Denken Sie daran, stets klar und verständlich zu sprechen. Verheimlichen Sie den Patienten keine Informationen, die seinen Gesundheitszustand betreffen. Im Zweifelsfall bitten Sie den Arzt um Hilfe.
  • Erklären Sie dem Patienten, wie seine Behandlung oder seine Rehabilitation aussehen wird. Klären Sie ihn über mögliche Auswirkungen und Risiken. Wenn der Patient richtig motiviert ist, wird die Rehabilitation viel wirksamer.
  • Versuchen Sie dem Patienten gegenüber stets positive Einstellung zu verbreiten, auch wenn er nicht das gleiche tut. Denken Sie jedoch daran, dass der Patient Angst, Unbehagen und Stress empfinden kann.
  • Hören Sie dem Patienten zu und beobachten Sie seine Körpersprache. Durch den Dialog mit dem Gepflegten können Sie sein Wohlbefinden und seine Versorgung deutlich verbessern.
  • Denken Sie daran, dass man auch non-verbal kommunizieren kann. Oft bedeutet eine Berührung, das Händeschütteln und streichen am Haar oder Wange mehr als viele Worte. Denken Sie daran, dass diese kleinen Geste das Leiden lindern und eine Kraftquelle für den Patienten sein können.

 

 

Pflege eines kranken Menschen ist eine Aufgabe, die viel psychische und körperlich Kraft erfordert. Denken Sie daran: um eine Person zu pflegen müssen Sie selbst fit und gesund sein. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Bereich Auch Sie sind wichtig.

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